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Trendfolge — Der bewährteste Trading-Ansatz

Trendfolge — Der bewährteste Trading-Ansatz

intermediateTrend & Swing11 min read

Trendfolge ist der älteste und wahrscheinlich profitabelste Trading-Ansatz überhaupt. Die Turtle Traders haben damit Millionen gemacht, große Hedge-Fonds nutzen ihn als Basis ihrer Strategien, und selbst als Hobby-Trader kannst du damit konsistent profitable Ergebnisse erzielen.

Die Grundidee ist simpel: Trends setzen sich fort, bis sie es nicht mehr tun. Klingt banal? Ist es auch. Aber genau diese Einfachheit macht Trendfolge so robust. Während andere Trader versuchen, Wendepunkte zu erwischen oder komplizierte Setups zu handeln, machst du es dir leichter: Du springst auf fahrende Züge auf.

Der Haken? Du musst bereit sein, oft falsch zu liegen. Trendfolger haben typischerweise nur 30-40% Gewinn-Trades. DafĂĽr sind die wenigen Gewinntrades so groĂź, dass sie alle kleinen Verluste mehr als ausgleichen.

Was ist Trend Following

Trend Following ist ein Trading-Ansatz, bei dem du in Richtung des vorherrschenden Trends handelst. Du kaufst, wenn der Markt steigt, und verkaufst (oder shortest), wenn er fällt. Keine Wendepunkt-Spekulation, keine Contrarian-Plays – einfach mit dem Strom schwimmen.

Die Philosophie dahinter ist uralt: "The Trend is your Friend". Märkte bewegen sich nicht zufällig. Wenn ein Trend erstmal etabliert ist, gibt es meist fundamentale oder technische Gründe, warum er weiterlaufen wird. Deine Aufgabe ist es nicht, herauszufinden warum – sondern einfach mitzuschwimmen.

Ein typischer Trendfolge-Trade sieht so aus: Du wartest, bis ein Trend klar erkennbar ist. Dann steigst du ein, setzt einen Stop-Loss unterhalb der letzten signifikanten Unterstützung und lässt den Trade laufen. Idealerweise verwendest du einen Trailing Stop, der deine Gewinne schützt, während der Trend weiterläuft.

đź’ˇ Nice to Know: Die berĂĽhmten Turtle Traders handelten nach einem reinen Trendfolge-System und erzielten durchschnittliche Jahresrenditen von ĂĽber 80%. Ihr System war so simpel, dass es auf eine Seite Papier passte.

Das Schöne an Trendfolge: Es funktioniert in allen Märkten und allen Zeitrahmen. Ob du 5-Minuten-Charts oder Wochencharts handelst, ob Forex, Aktien oder Commodities – die Prinzipien bleiben gleich.

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Warum Trend Following funktioniert

Trendfolge funktioniert aus einem simplen Grund: Menschen sind Herdentiere. Wenn ein Markt steigt, wollen alle dabei sein. Wenn er fällt, will jeder raus. Diese psychologischen Muster sorgen dafür, dass Trends sich oft länger fortsetzen, als rational erklärbar wäre.

Dazu kommt der Momentum-Effekt. Steigt eine Aktie stark, zieht sie mehr Aufmerksamkeit auf sich. Mehr Käufer kommen dazu. Der Kurs steigt weiter. Ein sich selbst verstärkender Zyklus entsteht. Als Trendfolger profitierst du von genau diesem Momentum.

Ein weiterer Grund: Institutionelle Investoren müssen oft große Positionen über Wochen oder Monate aufbauen. Wenn ein Fonds 100 Millionen Euro in eine Aktie investieren will, kann er das nicht an einem Tag machen – der Kurs würde explodieren. Stattdessen kauft er kontinuierlich über längere Zeiträume und erzeugt dadurch einen anhaltenden Aufwärtstrend.

🎯 Pro Tipp: Die erfolgreichsten Trendfolger begrenzen Verlierer schnell und lassen Gewinner laufen – niedrige Trefferquote aber riesige Gewinner. Ein 1:5 Risk-Reward-Verhältnis macht eine 30% Trefferquote hochprofitabel.

Fundamentale Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Wenn sich die Earnings einer Firma über mehrere Quartale verbessern, ist das kein Ein-Quartal-Phänomen. Der Aufwärtstrend in der Aktie reflektiert diese anhaltende Verbesserung.

Technisch gesehen funktioniert Trendfolge, weil sie mit der Wahrscheinlichkeit spielt. Ein Markt, der bereits 20% gestiegen ist, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, weitere 10% zu steigen, als ein Markt, der seitwärts läuft. Klingt counterintuitive, ist aber statistisch belegbar.

Den Trend identifizieren — Methoden und Tools

Den Trend zu identifizieren ist der wichtigste Schritt beim Trend Following. Ohne klaren Trend kein profitabler Trade. Es gibt verschiedene Methoden, aber alle haben das gleiche Ziel: Klarheit ĂĽber die Marktrichtung.

Die einfachste Methode: Gleitende Durchschnitte. Ein Markt über seinem 50-Tage-SMA ist in einem Aufwärtstrend, ein Markt darunter in einem Abwärtstrend. Noch besser: Die MA Crossover Strategie mit zwei gleitenden Durchschnitten. Wenn der 20-Tage-EMA über dem 50-Tage-EMA liegt, ist der Trend aufwärts gerichtet.

Für mehr Präzision nutzt du Multi-Timeframe-Analyse. Der große Trend läuft auf dem Daily-Chart, deine Einstiege machst du auf dem 4-Stunden-Chart. So handelst du immer in Richtung des übergeordneten Trends, hast aber präzisere Entry-Points. Die Multi-Timeframe Analyse gibt dir das vollständige Bild.

Higher Highs und Higher Lows sind das klassische Lehrbuch-Pattern. Solange der Markt höhere Hochs und höhere Tiefs macht, ist der Aufwärtstrend intakt. Bricht er unter das letzte signifikante Tief, ist der Trend gebrochen.

Der ADX Indikator misst die Trendstärke. Werte über 25 zeigen einen starken Trend an, Werte unter 20 deuten auf einen seitwärts laufenden Markt hin. ADX sagt dir nicht die Richtung, aber ob überhaupt ein Trend vorhanden ist.

💡 Nice to Know: Jesse Livermore, einer der legendärsten Trader aller Zeiten, sagte: "It is not the thinking that makes the money, it is the sitting." Er war ein reiner Trendfolger.

Für moderne Trendfolger ist der Supertrend Indikator ein praktisches Tool. Er kombiniert Preis und Volatilität und gibt dir klare Kauf- und Verkaufssignale. Grüner Supertrend = Aufwärtstrend, roter Supertrend = Abwärtstrend.

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Trend Following Entry-Strategien

Der richtige Einstieg entscheidet über Erfolg oder Misserfolg deines Trendfolge-Systems. Zu früh, und du wirst durch False Breakouts ausgestoppt. Zu spät, und das Risiko-Rendite-Verhältnis wird schlecht.

Breakout-Entries sind der Klassiker. Du wartest, bis der Kurs ein signifikantes Resistance-Level durchbricht, und steigst dann ein. Wichtig: Warte auf die Bestätigung. Ein einzelner Candle über dem Widerstand ist noch kein Signal. Du willst einen klaren Close über dem Level oder besser noch eine Retestation des gebrochenen Levels als neue Unterstützung.

Pullback-Entries bieten bessere Risk-Reward-Verhältnisse. Der Trend ist bereits etabliert, aber anstatt direkt zu kaufen, wartest du auf eine Korrektur zurück zu einem Support-Level. Das kann ein gleitender Durchschnitt sein, eine alte Resistance-Zone oder ein Fibonacci-Retracement-Level.

Ein bewährtes Setup: Der Kurs macht ein neues High, korrigiert dann zurück zum 20-EMA und findet dort Support. Wenn der Kurs vom EMA wieder nach oben dreht (mit Volumen-Bestätigung), hast du einen sehr sauberen Einstieg mit engem Stop-Loss.

🎯 Pro Tipp: Versuche nicht Tops und Böden zu picken – steige ein nachdem der Trend bestätigt ist und aus nachdem er klar vorbei ist. Die "mittleren 60%" eines Trends zu erwischen ist völlig ausreichend für massive Gewinne.

Momentum-Entries funktionieren in sehr starken Trends. Wenn ein Markt wochenlang ohne größere Korrektur steigt, kaufst du einfach auf jedem neuen Hoch. Das Risiko ist höher, aber in Momentum-Phasen kann dieser aggressive Ansatz sehr profitabel sein.

Bei der Positionsgröße gilt: Je weiter dein Stop-Loss entfernt ist, desto kleiner die Position. Breakout-Entries haben oft weite Stops, Pullback-Entries engere. Passe deine Positionsgröße entsprechend an, um das gleiche Dollar-Risiko zu haben.

⚠️ Achtung: Das Schwierigste ist, durch Pullbacks zu halten ohne zu früh ausgestoppt zu werden. Setze deine Stops nicht zu eng – Trends brauchen Raum zum Atmen.

Trend Following Exit-Strategien

Ausstiegsstrategie ist genauso wichtig wie der Einstieg. Viele Trader haben perfekte Entries, aber versauen ihre Performance durch schlechte Exits. Bei der Trendfolge gibt es verschiedene Ansätze, jeder mit Vor- und Nachteilen.

Trailing Stops sind der Standard fĂĽr Trendfolger. Du bewegst deinen Stop-Loss kontinuierlich in Richtung des Trends mit, schĂĽtzt dabei deine Gewinne und gibst dem Trend Raum zum Laufen. Ein einfacher Ansatz: Setze den Stop immer unterhalb des letzten Swing-Lows (bei Long-Positionen).

Technische Exit-Signale basieren auf Chart-Patterns oder Indikatoren. Ein Close unter dem 20-EMA könnte dein Ausstiegssignal sein. Oder ein Bruch der Aufwärtstrendlinie. Oder wenn der ADX unter 20 fällt und damit anzeigt, dass der Trend schwächer wird.

Time-based Exits werden oft übersehen, sind aber sinnvoll. Wenn eine Position nach 3 Monaten nur seitwärts läuft, ist das Kapital vielleicht besser in einem aktiven Trend angelegt. Momentum-basierte Strategien profitieren von regelmäßiger "Aufräumarbeit" im Portfolio.

Target-basierte Exits widersprechen eigentlich der Trendfolge-Philosophie, können aber Sinn machen. Wenn du bei einem Breakout einsteigst und der Kurs 100% gelaufen ist, könntest du die Hälfte der Position verkaufen und den Rest mit einem Trailing Stop laufen lassen.

💡 Nice to Know: Die Turtle Traders verwendeten zwei verschiedene Exit-Systeme: Ein schnelleres für 50% der Position und ein langsameres für die anderen 50%. So konnten sie sowohl kurzfristige Gewinne mitnehmen als auch große Trends voll ausschöpfen.

Volatilitäts-basierte Exits passen sich an die Marktbedingungen an. Wenn die Volatilität steigt, gibst du dem Markt mehr Raum. Wenn sie fällt, ziehst du die Stops enger. ATR-basierte Stops sind hierfür ideal – sie bewegen sich automatisch mit der aktuellen Marktvolatilität mit.

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Trailing Stops im Trend Following

Trailing Stops sind das Herzstück jeder erfolgreichen Trendfolge-Strategie. Sie lösen das zentrale Dilemma: Wie gibst du einem Trend genug Raum zum Laufen, ohne zu viel von deinen Gewinnen wieder abzugeben?

Der klassische Trailing Stop bewegt sich nur in eine Richtung – in Richtung des Trends. Bei einer Long-Position wird er nur nach oben bewegt, niemals nach unten. Du startest mit deinem initialen Stop-Loss und hebst ihn kontinuierlich an, während der Kurs steigt.

Prozentuale Trailing Stops sind einfach zu verstehen: Du hältst immer einen festen Prozentsatz (z.B. 10%) unter dem höchsten Kurs seit Einstieg. Steigt die Aktie von 100 auf 120 Euro, wandert dein Stop von 90 auf 108 Euro mit. Simpel, aber oft zu mechanisch für volatile Märkte.

ATR-basierte Trailing Stops sind deutlich intelligenter. Sie passen sich an die aktuelle Marktvolatilität an. In ruhigen Phasen sind die Stops enger, in volatilen Phasen weiter. Ein 2x ATR Stop unter dem aktuellen High ist ein bewährter Ansatz.

🎯 Pro Tipp: Nutze ATR-basierte Trailing Stops um Trends Raum zu geben und gleichzeitig Gewinne zu schützen. Ein 2-3x ATR Stop filtert die meisten false Signals heraus, während echte Trendwechsel erkannt werden.

Swing-basierte Trailing Stops orientieren sich an der Marktstruktur. Du bewegst deinen Stop nur nach einem höheren Tief im Aufwärtstrend. Das bedeutet weniger Whipsaws, aber auch weniger Schutz in schnellen Korrekturen.

Parabolic SAR ist ein automatisierter Trailing Stop, der sich beschleunigt, je länger ein Trend läuft. Am Anfang gibt er dem Trend viel Raum, wird aber zunehmend aggressiver. Perfekt für die späteren Phasen starker Trends.

Zeitbasierte Anpassungen machen Sinn: In den ersten Wochen einer Position könntest du einen weiten Stop verwenden (3x ATR), später dann enger werden (1.5x ATR). Etablierte Trends brauchen weniger Raum als frische Breakouts.

Risikomanagement beim Trend Following

Risk Management ist bei der Trendfolge noch wichtiger als bei anderen Strategien, weil du oft falsch liegst. Ohne striktes Risikomanagement ĂĽberlebst du die unvermeidlichen Verlustserien nicht.

Position Sizing ist fundamental. Nie mehr als 1-2% deines Kontos pro Trade riskieren. Bei einem 10.000-Euro-Konto bedeutet das maximal 100-200 Euro Verlust pro Position. Klingt wenig? Mit 40-50 Positionen im Portfolio summiert sich das zu beträchtlichen Gewinnen.

Die 1%-Regel funktioniert so: Du bestimmst zuerst deinen Stop-Loss basierend auf der Chart-Struktur. Dann berechnest du, wie viele Aktien/Kontrakte du kaufen kannst, damit ein Ausstieg am Stop maximal 1% kostet. Weiter Stop = kleinere Position, enger Stop = größere Position.

Diversifikation ist bei Trendfolge-Systemen Pflicht. Ein Markt kann monatelang seitwärts laufen und dir Serie um Serie von kleinen Verlusten bescheren. Mit 20-30 unkorrellierten Märkten erhöhst du die Chance, dass mindestens einige davon in starken Trends laufen.

Portfolio-Heat ist ein oft übersehenes Konzept. Auch wenn jede Position nur 1% riskiert – wenn du 30 Positionen hast, riskierst du theoretisch 30% deines Kontos. In Crash-Phasen können viele Stops gleichzeitig getroffen werden.

🎯 Pro Tipp: Diversifiziere über mehrere unkorrelierte Märkte – Trendfolge funktioniert am besten als Portfolio-Ansatz. Rohstoffe, Währungen, Aktienindizes und Einzelaktien aus verschiedenen Sektoren.

Korrelations-Management wird wichtig, wenn dein Portfolio wächst. Es bringt nichts, 10 Technologie-Aktien zu haben – sie werden alle gleichzeitig fallen, wenn der Sektor dreht. Achte auf echte Diversifikation über Sektoren, Länder und Asset-Klassen.

Dynamisches Position Sizing kann deine Performance verbessern: Nach einer Serie von Gewinntrades erhöhst du die Positionsgrößen leicht, nach Verlusten reduzierst du sie. Aber niemals über 2% pro Trade – das ist die absolute Obergrenze.

⚠️ Achtung: Trendfolge hat lange Verlustserien in choppy Märkten – du brauchst starke psychologische Widerstandsfähigkeit. 10-15 Verlusttrades in Folge sind normal, nicht das Ende der Welt.

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Trend Following in verschiedenen Märkten

Trendfolge funktioniert in praktisch allen Märkten, aber jeder Markt hat seine Eigenarten. Was in Forex funktioniert, muss in Commodities nicht optimal sein. Die Grundprinzipien bleiben gleich, aber die Details machen den Unterschied.

Aktienindizes sind ideale Trendfolge-Märkte. Der S&P 500 oder DAX haben schöne, monatelange Trends mit gelegentlichen Pullbacks. Volatilität ist moderat, Liquidität hervorragend. Perfect für Anfänger. Besonders ETFs auf Indizes bieten kostengünstigen Zugang ohne Einzelaktien-Risiko.

Einzelaktien bieten explosivere Moves, sind aber schwieriger zu handeln. Eine Aktie kann über Nacht 20% gappen – positiv oder negativ. Dafür sind die Trends oft spektakulärer. Growth-Aktien in Momentum-Phasen können 100-300% laufen, bevor sie korrigieren.

Forex-Märkte laufen 24/5 und bieten ständig Gelegenheiten. Währungstrends können Monate oder sogar Jahre dauern, getrieben von fundamentalen Faktoren wie Zinsdifferenzen oder Wirtschaftswachstum. EUR/USD, GBP/USD und die Major-Pairs sind am besten geeignet.

💡 Nice to Know: Commodities zeigen oft die stärksten und längsten Trends aller Asset-Klassen. Der Rohöl-Bull-Market von 2002-2008 lief von 20 auf 147 Dollar – über 600% Gewinn für geduldige Trendfolger.

Commodities sind der Königsklasse der Trendfolge. Rohstoffe haben Supply/Demand-Ungleichgewichte, die zu spektakulären mehrjährigen Trends führen können. Gold, Öl, landwirtschaftliche Produkte – alle bieten regelmäßig massive Trends. Aber auch die Volatilität ist höher.

Kryptowährungen sind das neue Wilde-Westen-Territory für Trendfolger. Bitcoin und andere Cryptos haben Trends, die alles andere in den Schatten stellen – aber auch Korrekturen von 80%+ sind normal. Nur für Trader mit starken Nerven und entsprechendem Risikomanagement.

Emerging Markets Aktien und Währungen bieten oft überdurchschnittliche Trends, haben aber auch höhere politische und Liquiditätsrisiken. Länder wie Indien, Brasilien oder Südkorea können Jahre im Aufwärtstrend verbringen.

Die Ichimoku Strategie wurde ursprünglich für japanische Aktien entwickelt und funktioniert besonders gut in asiatischen Märkten, die oft stärkere Mean-Reversion-Tendenzen zeigen als westliche Märkte.

Häufige Trend Following-Fehler

Selbst bei der simplen Trendfolge gibt es unzählige Wege, Geld zu verlieren. Diese Fehler sehe ich immer wieder – und meist sind es psychologische Probleme, keine technischen.

Zu früh einsteigen ist Fehler Nummer eins. Du siehst eine Aktie, die stark gestiegen ist, und denkst "jetzt ist sie aber wirklich im Trend". Dann kaufst du auf dem ersten roten Tag, weil du denkst, das ist der Pullback. Meistens ist es der Anfang einer größeren Korrektur.

Tops und Bottoms picken ist das Gegenteil von Trendfolge, aber viele können nicht widerstehen. "Die Aktie ist schon 50% gestiegen, sie muss doch bald drehen." Nein, muss sie nicht. Starke Trends laufen oft viel weiter als rational erscheint.

Stops zu eng setzen führt zu endlosen Whipsaws. Du kaufst im Aufwärtstrend, setzt den Stop 3% unter den Einstieg, und wirst beim ersten normalen Pullback ausgestoppt. Dann läuft die Aktie ohne dich weiter hoch.

Gewinne zu früh mitnehmen ist der klassische Anfängerfehler. "Ich habe 20% Gewinn, das nehme ich mit." Dann läuft der Trend weitere 100% ohne dich. Das Geld liegt in den großen Winnern, nicht in den schnellen 20%-Trades.

⚠️ Achtung: Trendfolge funktioniert nicht in Range-Märkten – erwarte 50-60% Verlusttrades selbst bei profitablem System. Die wenigen großen Gewinner müssen alle kleinen Verluste mehr als ausgleichen.

Keine Diversifikation rächt sich in Crash-Phasen. Wer nur Tech-Aktien oder nur Forex-Pairs handelt, erlebt böse Überraschungen, wenn der ganze Sektor gleichzeitig korrigiert.

Emotional Trading nach Verlustserien. Nach 8 Verlusten in Folge verdoppelst du die Position beim nächsten Trade, "um schneller wieder break-even zu werden". Das ist der sicherste Weg, dein Konto zu sprengen.

System-Hopping ist ein weiterer Killer. Dein Trendfolge-System läuft 3 Monate schlecht, also wechselst du zu einer Mean-Reversion-Strategie. Dann läuft die schlecht, und du wechselst wieder. Konstanz ist wichtiger als das "perfekte" System.

Backtesting-Fallen verleiten zu Überoptimierung. Du testest dein System mit historischen Daten, bis es perfekt aussieht – aber dann versagt es in der Realität, weil es zu spezifisch auf vergangene Marktbedingungen angepasst ist.

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Das Wichtigste auf einen Blick

Trendfolge ist der bewährteste Trading-Ansatz, weil er mit der Natur der Märkte arbeitet, nicht gegen sie. Du musst keine Wendepunkte vorhersagen, keine komplexen Analysen machen, keine News interpretieren. Du springst einfach auf fahrende Züge auf und fährst mit, bis sie anhalten.

Die wichtigste Erkenntnis: Du wirst oft falsch liegen. 60-70% Verlusttrades sind völlig normal. Aber die 30-40% Gewinntrades werden so groß sein, dass sie alles andere überkompensieren. Ein einziger Trend, der 200-500% läuft, macht Jahre von kleinen Verlusten wett.

Risk Management ist alles. Ohne striktes Positionsgrößen-Management und Portfolio-Diversifikation überlebst du die unvermeidlichen Drawdown-Phasen nicht. 1% Risiko pro Trade ist nicht nur ein Vorschlag – es ist überlebenswichtig.

Geduld ist deine wertvollste Eigenschaft als Trendfolger. Geduld beim Warten auf klare Trends. Geduld beim Durchhalten von Pullbacks. Geduld beim Laufen lassen der Gewinner. Die meisten Trader haben alle technischen Aspekte verstanden, scheitern aber an der Psychologie.

Tools und Indikatoren sind hilfreich, aber nicht entscheidend. Ob du gleitende Durchschnitte, ADX, Supertrend oder einfache Trendlinien verwendest – wichtiger ist, dass du dich an dein System hältst. Konsistenz schlägt Komplexität.

💡 Nice to Know: Richard Dennis, einer der berühmtesten Trendfolger, verwandelte 400 Dollar in über 200 Millionen Dollar – hauptsächlich durch das konsequente Befolgen von Trendfolge-Regeln über Jahrzehnte.

Diversifikation über verschiedene Märkte und Zeitrahmen ist nicht optional. Einzelne Märkte können monatelang seitwärts laufen, aber irgendwo auf der Welt läuft immer ein Trend. Je breiter dein Portfolio, desto glatter deine Equity-Kurve.

Der schwierigste Teil ist nicht das Lernen der Technik – es ist das Überwinden deiner natürlichen Instinkte. Dein Gehirn will Verluste vermeiden und Gewinne sichern. Erfolgreiche Trendfolge verlangt das Gegenteil: Verluste akzeptieren und Gewinne laufen lassen.

FAQ

Welche Trefferquote haben Trendfolger?

Typischerweise 30-45%. Trendfolge ist profitabel weil Gewinntrades viel größer sind als Verlusttrades. Eine 35% Trefferquote mit 1:3 Risk-Reward ist sehr profitabel.

Wie lange dauern typische Trends?

Das variiert stark je nach Markt und Zeitrahmen. Intraday-Trends können Stunden dauern, Swing-Trades Wochen bis Monate, und Position-Trades sogar Jahre. Die großen Gewinne kommen aus den monatelangen Trends.

Funktioniert Trendfolge in Bärenmärkten?

Absolut. Trendfolger können sowohl Long als auch Short handeln. Bärenmärkte bieten oft die stärksten und konsistentesten Trends, da Angst ein stärkerer Emotion als Gier ist.

Welche Märkte sind am besten für Trendfolge?

Commodities zeigen oft die stärksten Trends, gefolgt von Forex und Aktienindizes. Einzelaktien können explosiv sein, sind aber schwieriger zu handeln. Am wichtigsten ist Diversifikation über verschiedene Asset-Klassen.

Wie viel Kapital brauche ich fĂĽr Trendfolge?

Mindestens 10.000 Euro für vernünftige Diversifikation. Mit weniger Kapital bist du auf wenige Positionen beschränkt, was das Risiko erhöht. CFDs oder Forex ermöglichen kleinere Startkapitalien, erhöhen aber die Komplexität.


Nächster Artikel: Lerne, wie du mit der MA Crossover Strategie systematische Trendsignale generierst und Golden Cross sowie Death Cross Formationen profitabel handelst.

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